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Ist 2019 Tagesgeld das neue Sparbuch?

Immer noch haben viele von uns ein klassisches Sparbuch. Angeblich 50% laut aktuellen Banken-Statistiken. Die Oma hat für uns darauf eingezahlt und jetzt liegt es irgendwo herum man vergisst immer das Passwort. Oder man hat irgendwann das offline Sparbuch auf ein Online-Sparkonto umgestellt und fragt sich jetzt ob denn ein Sparkonto im Jahr 2019 überhaupt noch sinnvoll ist …

Unterschied zwischen Tagesgeld und Sparkonto

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Sparbuch (bzw. Sparkonto) und Tagesgeld und welche Vorteile bieten die jeweiligen Produkte? Die Unterschiede sind nicht groß aber in den Details sind Sparbuch und Tagesgeld schon etwas anders.

Gemeinsam haben beide das sie der Einlagensicherung von 100.000,- EUR pro Kunde pro Bank unterliegen. Beide haben meist keine Bindungsfrist, wobei es bei Sparbüchern ab und zu eine Kündigungsfrist von 3 Monaten gibt. Die Zinsen bei Sparbüchern und Tagesgeldkonten liegen im Bereich zwischen 0,3% und 0,9% pro Jahr. Manchmal werden etwas höhere Zinssätze für Neukunden und Zeiträume von ein paar Monaten gewährt.

Aktuelle Beispiele für Tagesgeldkonten, Zinsen pro Jahr (März 2019):

AnbieterZinsen am AnfangZinsen danach
ING2% für 4 Monate0,05%
Monobank0,6%0,6%
Addiko0,55%0,55%
Dadat1,25% für 4 Monate0,15%

So gesehen haben Sparkonten keine Vorteile gegenüber Tagesgeldkonten. Aber sind denn Tagesgeldkonten überhaupt sinnvoll?

Inflation

Bei einem Zinssatz von 0,9% sind Tagesgeldkonten nicht für den Vermögensaufbau geeignet. Warum? Zinsen sind Zinsen? Ja, aber unser Geld wird jedes Jahr weniger Wert. Man nennt das Inflation bzw. Geldentwertung und die Inflation wird jedes Jahr gemessen. Hier die Inflationsraten der letzten Jahre für Österreich und Deutschland.

JahrÖsterreichDeutschland
20182,0%1,8%
20172,1%1,5%
20160,9%0,5%
20150,9%0,3%
20141,7%0,9%

Die Prognose für 2019 liegt bei 1,6% für Deutschland bzw. 2,1% für Österreich. Damit sieht man schon das selbst bei besten Tagesgeldkontozinsen die Inflation immer noch höher ist und damit den Zinsgewinn auffrisst.

Das Rechenbeispiel:

Bei 10.000,- zu 0,9% und 1,6% Inflation verlierst du in einem Jahr also 0,7% von 10.000,- also 10000/100*0,7 = 70,- EUR Verlust.

Sinn des Tagesgeldkontos

Der Sinn des Tagesgeldkontos liegt darin eine Cashreserve zu besitzen. „Cashreserve“ im Sinn von Geld auf das man schnell, einfach und ohne zusätzliche Kosten zugreifen kann. Cashreserven sind sinnvoll um dringende und überraschende Ausgaben abdecken zu können ohne das man an sein investiertes Geld gehen muss. Also die kaputte Heizung, die Autoreparatur oder auch ein plötzlicher Jobverlust. Deine Cashreserve sollte mindestens drei Netto-Monatsgehälter betragen damit du schwere Zeiten überstehst und dir in dieser Zeit einen neuen Plan zurecht legen kannst. Cashreserve bedeutet NICHT das du das Geld auch wirklich in Bar haben mußt.

Eine zusätzliche Cashreserve für Nachkäufe kann auch sinnvoll sein. Wenn du in Aktien oder ETF investierst. Wenn Aktienkurse nachgeben ist die beste Zeit um nachzukaufen. Darum halten Investoren oft eine Cashreserve vor wenn sie mit einem Kurssturz rechnen.

Dein Tagesgeldkonto ist auch dein Sparkonto für kurz- bis mittelfristig geplante Ausgaben wie die Anschaffung eines neuen Autos oder die nächste Urlaubsreise. Größere Summen solltest du aber langfristig nicht am Tagesgeldkonto haben damit du nicht zu viel durch die Geldentwertung verlierst.

Zusammengefasst. Ein Tagesgeldkonto eignet sich nicht zum Vermögensaufbau sondern nur als Cashreserve. Die höheren Zinsen des Tagesgeldkontos im Vergleich zum Girokonto minimiert die Verluste die durch die Inflation entstehen.

Was kann ein Tagesgeldkonto?

Ein Tagesgeldkonto funktioniert genau wie dein Online-Gehaltskonto. Es hat eine IBAN und du kannst über Online-Banking darauf zugreifen und Überweisungen zum Tagesgeld hin und vom Konto weg tätigen. Das Tagesgeldkonto wird an ein Referenzkonto gebunden, normalerweise dein Gehaltskonto. Dann kann man nur vom Referenzkonto aus hin- und weg-überweisen, was aber für mich persönlich keinen großen Unterschied in der Handhabung macht.

Die Anmeldung erfolgt großteils Online und geht relativ einfach. Zur Identifikation bieten viele Banken heutzutage schon ein Online-Video-Identifikationsverfahren an. Da muss man dann kurz mit einem Bankmitarbeiter Videotelefonieren, entweder am Rechner oder via Handy. Danach bekommt man Verträge geschickt die man unterzeichnet retournieren muss. Man muss also damit rechnen das eine Anmeldung schon einige Tage dauert.

Tagesgeldkontos haben keine Bankomatkarten und sollten nicht wie ein Girokonto benutzt werden. Dein Tagesgeldkonto ist als Reserve gedacht und nicht als Konto für tägliche Ausgaben und Einnahmen.

Du solltest dir auf jeden Fall ein Tagesgeldkonto zulegen um deine Cashreserve so einfach und konstengünstig wie möglich zu „lagern“. Auf Vergleichsportalen wie durchblicker.at kannst du die Konditionen von Tagesgeld-Anbietern einfach vergleichen.

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